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Hans Schuettler

Presse



Presse Pressestimmen, Empfehlungen: "Hans Schüttler ist ein kauziger Komödiant, ein moderner Musik-Clown, dessen wunderbar unorthodoxe Mischung zwischen Comedy, Chaos und Anspruch deshalb so intelligent amüsiert, weil sie längst akzeptierte Absurditäten in unserem Musikverständnis aufdeckt, weil sie Querverbindungen zeigt und freilegt, die im oft schablonierten Kulturbetrieb sonst niemandem auffallen würden. Neue OZ Was Joseph Beuys mit seinen Fettecken und Rauminstallationen für die Objektkunst gelang, erreicht Schüttler im Bereich der Musik: Er bettet das Banale in einen künstlerischen Kontext und offenbart damit die ästhetischen Qualitäten des Alltags". Hamburger Abendblatt Sie sorgten für den Höhepunkt des Festivals ... Sie verwandelten die Bühne in den Schauplatz eines musikalischen Rituals, einer Klangbeschwörung mit modernsten und archaischen Mitteln." Die Welt Hans Schüttlers Kompositionen gehörten zu den Höhepunkten des Festivals ... Seine Arbeiten stellen einen wichtigen Beitrag zur zeitgenössischen Musik dar." Prof. Ulrich Süße, Komponist, Musikhochschule Stuttgard, zu dem Festival für Elektronische Musik in Havanna 1999 Zum Höhepunkt des gesamten Festivals gehörte das Klaviersolokonzert von Hans Schüttler." Jazzthetik, zum Festival in Volgograd "Unknown Movement" 1998 Da ist absolut Spannung drin ... Schüttler entführt in das Chaos des Lebens. Winsener Anzeiger Begriffe wie DJ und Remix bekommen bei Schüttler eine groteske Bedeutung OZ Klangart Es darf einem nichts zu banal sein, sonst stört man die Faszinationskraft der Klänge. Stader Tageblatt Bei unserer Jazznacht und beim Fluxuskonzert im Thaliatheater Hamburg mit meinem Freund Dieter Schnebel habe ich Hans Schüttler als großartigen Pianisten und Performer erlebt. Auch seine Projekte in Sachen Klangcollagen, Multimedia, "Kunst und Leben" sind absolut förderungswürdig. ... Prof. Peter Michael Hamel,Komponist, Musikhochschule Hamburg Unvergessen, wie das Publikum gegen die Stille spielte, ... aufgeführt von Hans Schüttler .. Mit simplen Luftpolsterverpackungen ... und CD Ständer ... geknistert .. Dazwischengerufen ... gelacht . Gute Laune und Lust zum Mitmachen pur. ... Solch lebendig fesselnde Musikinstallationen sind rar geworden. Umso atemloser übertraf dieses Fluxusfest alle Erwartungen. ... Apokalyptisch und höllenlärmartig mutete dieses Orgelspiel an. Hans Schüttler verstand bravourös das Improvisieren. Musik Texte Nr. 94 Presseartikel Tonkunst mit dem Telefon Hans Schüttlers Komposition für Orchester und Handy gewann Kritiker - Preis Wer Hans Schüttlers Keller gesehen hat, kann sich vor¬stellen, wie seine Musik klingt. Auf dem Regal eine halb defekte Elektro-Orgel, nur drei Tasten funktio¬nieren. Lautsprecher stehen herum und Dutzende Plattenspieler. Jeder davon ist kaputt, aber jeder rauscht, knirscht oder kratzt auf eine andere Weise. Dann das Kin-derspielzeug: quietschbunte Key¬boards, ein Saxophon aus Plastik. Schüttler findet ein handgroßes Rap-Mikrofon. Aus der Box quäkt ein immer gleicher Rhythmus. Schüttler schnalzt im Takt mit und lacht. Eben noch hat er über Bela Bartok und die Unspielbarkeit se¬rieller Musik philosophiert. Hans Schüttler, Komponist, Pianist, Frank-Zappa-Fan, Schalk, Grübler und seit 1993 Stader, komponiert gerne für Instrumente, die keine sind. Bei Performances des Ensembles „Inside", für das er ein Landesstipendium erhielt, zerreißt er Papier und Kartons. Auf seiner Solo-CD „Miniaturen" lässt er Luftballons und Eierschalen erklingen. Für sein Werk „Getuschelt" hat Schüttler einen anderen Ton-Träger entdeckt: das Handy. Eine fast überfällige Idee - und die Rache des Komponisten am Mobikelefon, das seine Konzerte unterbricht. Die Kritiker des Unilever-Wettbewerbs in Hamburg würdigten das Werk und das Jugendorchester „Con moto" nun mit ihrem Jury-Preis. Wie in seinen meisten Stücken vermischt Schüttlers „Getuschelt" Komik, Provokation und ernstes Nachdenken darüber, warum der eine Ton als Wohlklang gilt, der andere als Krach. Das Handy ist zugleich Störenfried und Instrument. In einem Satz spielt es ein Solo, dann wird es von gezupften Geigen und präparierten Pauken begleitet. Die Streicher spielen die Klingelmelodie nach. Am Schluss aber beendet das Handy die Aufführung: Es bimmelt, wird von den Musikern weitergereicht. Jeder, der es in der Hand hielt, verstummt. „Spannend" ist ein Lieblingswort Schüttlers. Was er spannend findet, kann er oft nicht logisch erklären. Er liebt das Ungeplante, bewundert John Cages Zufallsmu-sik. Auch in „Getuschelt" gibt es Passagen, die jedes Mal anders klingen. Da gibt der Dirigent Fingerzeichen, und das Publikum beginnt zu husten - oder zu tuscheln. Die dissonanzenreiche Spielweise war ungewohnt für die „Con moto"-Musiker, die am Hamburger Friedrich Ebert-Gymnasium und der Techni¬schen Uni Harburg lernen. Vor der Aufführung zeigte Schüttler ihnen, wie sie Streichinstrumente zupfen oder Klarinetten so spielen, dass unsaubere Obertöne entstehen. Kein Wunder, dass Schüttler seine Musik nicht schreibt wie Beethoven am Pult: „Wenn ich vor einem leerem Blatt sitze, fällt mir nichts ein. Lieber hört er sich Ideen von Baustellen und Baumaschinen ab. Manchmal notiert er in der S-Bahn Einfälle auf Zetteln. Daheim fügt er sie zu Partituren zusammen, die zur Hälfte aus Noten bestehen, zur Hälfte aus Comic-Figuren. Übrigens komponiert Schüttler meist nachts. Dann stört ihn das klingelnde Telefon nicht. Matthias Streitz im Stader Tageblatt vom 18.10.2010 Der neue NDR-Radio-Tatort: Ein Taucher wird vermisst Von Karolin Jacquemain 26. August 2008, 00:00 Uhr , Hamburger Abendblatt Schweres Atmen, tiefes Gluckern. Ein Gefühl der Beklemmung macht sich breit. Jemand stöhnt, röchelt. Es klingt, als ströme Wasser in die Lungen. Und... Hamburg. Schweres Atmen, tiefes Gluckern. Ein Gefühl der Beklemmung macht sich breit. Jemand stöhnt, röchelt. Es klingt, als ströme Wasser in die Lungen. Und Sekunden später: als sinke jemand tief, immer tiefer hinunter auf den Meeresgrund. "Tod eines Tauchers" heißt der NDR-Radio-Tatort, in dem zum zweiten Mal Kriminalhauptkommissarin Bettina Breuer (Sandra Borgmann) und der V-Mann Jac Garthmann (Martin Reinke) ermitteln. Der packende atmosphärische Anfang sowie die anderen Kompositionen stammen von dem Musiker und Performancekünstler Hans Schüttler aus Hamburg, der schon die Radio-Tatort-Premiere des Senders vertonte. »Schweinemäßig ist das!« Der Takt rollender Eisenbahnräder. Eine Familie in einem Güterwaggon. Sie lebt dort, im Dunklen, im Fahren! Wie lange schon? Die Großeltern erinnern sich noch an die andere, bunte Welt. Eltern und Kind kennen nur den Rhythmus von Eisen und Stahl. Einmal fällt durch einen Spalt die Sonne herein und die Alten verstopfen ihn sofort wieder, tief erschrocken über das, was sie draußen sehen konnten Das ist das Höhlengleichnis im Zeitalter der Deportationen und Todeszüge. Und es ist der erste jener fünf Träume, mit denen 1951 Günter Eichs Ruhm als größter deutscher Hörspielautor begann. Zu Eichs 100. Todestag hat der NDR die Träume von fünf jungen Regisseuren neu inszenieren lassen und nun zusammen mit der berühmten Urproduktion veröffentlicht. Sie begründete das literarische Hörspiel in der BRD. Und sie wurde zum Skandal, denn Eichs Albtraumszenen hatten den Nerv der Zeit empfindlich getroffen: Da wird ein Kind von den Eltern zu kannibalistischen Zwecken verkauft. Da höhlen Termiten Häuser und Menschen aus, bis die leeren Hüllen zu Staub zerfallen. Eine Familie wird entrechtet. Zwei Afrikaforscher verlieren Erinnerung, Sprache, Identität. Die Aggressionen, die in Form von Höreranrufen 1951 gegen diesen »schweinemäßigen Mist« ausbrachen, sind ein Dokument. Sie belegen, wie tief die Schrecknisse saßen, die Eichs Traumarbeit aufgriff: die atomare Bedrohung, die Freund-Feind-Ideologie des kommenden Kalten Kriegs und vor allem die in Deutschland noch so verbreitete satanische Lehre, dass der Mensch kein Zweck an sich sei. Das wollte man nicht hören, schon gar nicht »zum Abendbrot«, und gesagt wird es auch nie. Vernehmbar ist es aber doch: im Rollen des Zugs, im Nagen der Termiten, in Buschtrommeln und anderen Geräuschkulissen, in denen Eich die Phantome versteckt hat. Die Neuinszenierung lässt ihnen mehr Entfaltungsraum als die Urfassung. Als die beiden Afrikaforscher ihre Namen vergessen, heißt es: »Ich werde dich Eins nennen, mich Zwei.« An solchen Stellen beginnen die Spiele Becketts. Der Absurdität, die Eich hier gelingt, spürt erst die jüngere Inszenierung nach. Insgesamt sind die neuen Versionen erstaunlich unexperimentell, dafür umso textgenauer. Sie beeindrucken mit raffinierten Tonbildern und brillanten Schauspielern (Traugott Buhre, Udo Wachtveitl, lauter bekannte Namen). Die alte Fassung ist viel gehetzter, unstimmiger, neben den großen Sprechern ist da auch Ungelenkes zu hören und doch überzeugt sie mehr. Einfach weil das Ungelenke Eich angemessener ist. Traum hin oder her, einiges ist arg konstruiert, mancher Dialog holpert. Buschleute, die das Gedächtnis wegtrommeln? Termiten, die einen von innen auffressen? Man kann so etwas wie Beckett-Stücke inszenieren, aber das ist fast zu viel des Guten. Eichs Träume sind genauso mit Body Snatchers verwandt, und ursprünglich hat ebendiese Mischung aus BMovie und großem Sinnbild so verstört. Umso unheimlicher, wenn es auch so klingt. Als Epilog hat Hans Schüttler die Hörerstimmen von 1951 gesampelt, »schweinemäßig ist das / ein Skandal / schweinemäßig / ist ja nicht zu glauben, was Sie dem Publikum bieten / schweinemäßig ist das«. Nicht der schlechteste Weg, diesem wichtigen Stück nachzuträumen. Günter Eich: Träume Zwei Versionen von 1951/2006 - Der Hörverlag - 3 CDs, 152 Min., 24,95 Die Zeit, 15.2.07 Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benennt zum Hörspiel des Monats September 2009: „Leben und Schicksal“