Klassik oder Free?
Ausbildung
Meine Ausbildung habe ich an der Musikakademie Kassel bei dem Russischen Konzertpianisten Nikolai Posnjakov absolviert.
Der Gegensatz von Pianistischer Strenge und Freier Musik hat mich schon immer sehr interessiert. Durch die Kombination entsteht eine hohe Konzentration und Energie beim Spielen, egal ob ich eine Beethoven Sonate oder eine Free Impro spiele.
Danach habe ich bei Prof Dieter Glawischnig in Hamburg Jazztheorie studiert.
Und zwischendurch immer wieder in Darmstadt die Internationalen Sommerkurse für Neue Musik besucht.
Konzertreisen nach Russland
Geprägt haben mich auch die zahlreichen Konzertreisen in die Staaten der Russische Föderation Anfang der 90iger Jahre.
In dieser Zeit war ich mit Unterstützung des Goethe Instituts zusammen mit dem Posaunisten Heinz Erich Goedecke oft in Russland. Von Archhangelsk im Norden bis nach Tuva im Süden sind wir getourt und trafen dort enthusiastische Musiker und ein aufgeschlossenes begeistertes Publikum.
So schrieb die Smolensker Zeitung 1992:
Die Bühne war bestückt mit exotischen und seltsamen Dingen, die bei Anwendung unerwartete Klänge hervorbrachten. In Hans Schüttlers Händen spielen selbst die Zeitungen beim Zerreißen und Zerknittern eine große Rolle in seiner Musik. Im Saal wechselte absolute Ruhe mit aufbrausendem Beifall. Hans Schüttler spielt nicht nur auf dem Flügel, sondern auch mit Kinderspielzeug, Geschirr, Gläser, Flaschen und Gott weiß noch alles.
Und das alles verwandelte Hans Schüttler in einen mutwilligen Jungen, eingetaucht in die Welt der Kinderträume.
Seine musikalischen Schöpfungen bringen den Menschen große Freude. Sie klatschen begeistert und schreien „Bravo“.
20 Jahre später 2012 besuchten Heinz Erich Gödecke und ich erneut Russland. Der Schmutz und die Armut waren weg. Die Bahnhöfe und Flughäfen sind jetzt hochmodern. Aber es war überall laut, grelle übergroße Bildschirme mit Werbung pflasterten den öffentlichen Raum.
Diese akustischen Eindrücke habe ich auf der CD Ontolog verarbeitet. Eine Mischung aus Soundscape und Livekonzert sind zu hören.
Anfänge der elektronischen Modulekstasen
Anfang der 1990iger Jahre habe ich mir für 200 DM einen gebrauchten Korg MS 20 Synthesizer gekauft.
Ich sammelte alte Kofferplattenspieler und fing so an, daraus Elektronische Klanglandschaften zu kreieren.
Ab 1999 habe ich dann begonnen, selber Musik für Hörspiel und Film zu produzieren für DRadio Berlin und dem NDR.
Heute programmiere ich selber virtuelle Musikinstrumente und schließe die Musiker direkt an meine Analogen Klangbausteine an.