Hans Schuettler

Tunnelklang...

...im European XFEL Teilchenbeschleuniger

European XFEL 2013

European XFEL 2015

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Messdaten wurden in Sounds umgewandelt

European XFEL Tunnelsounds

Story

Klangereignisse im Tunnel
STADE/HAMBURG. Wenn Besucher am „Tag der offenen Tür“ und in der „Nacht des Wissens“ am Sonnabend, 2. November, den Beschleunigertunnel des European XSEL auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotron (Desy) in Hamburg-Bahrenfeld betreten, werden sie mit Klängen empfangen. Die begehbare Klanginstallation wird zurzeit von den Stadern Hans Schüttler und Andreas Beckmann erstellt.
Mit seinem Studio-Equipment nimmt der Musiker und Komponist Hans Schüttler im Tunnel des internationalen Großprojekts „Europäischer Röntgenlaser European XFEL“ Geräusche auf. Das sind zum einen Betriebsgeräusche, zum anderen bearbeitet er die zahlreichen Rohre im Tunnel perkussiv, trommelt darauf mit Schlägeln, reibt darüber mit der Hand oder Gegenständen. Diese Aufnahmen bearbeitet er in seinem Studio und erstellt daraus die Klanginstallation.
Andreas Beckmann, seit November 2011 Software-Entwickler beim Projekt „European XFEL“, wird die Sounds zum Teil weiterverarbeiten und live darbieten. Die Besucher werden mit Klangereignissen empfangen. Je nachdem, wo sie sich im Tunnel bewegen, verändert sich der Klangeindruck.
„Das klingt dann manchmal wie ein überdimensioniertes japanisches Glockenspiel oder sehr geheimnisvoll mit sehr sparsam eingesetzten Klängen“, erklärt Hans Schüttler. Das Desy, Hauptgesellschafter der „European XFEL“, beteiligt sich nach eigenen Angaben maßgeblich an der Forschungsanlage. Hier entstand die Vision des Röntgenlasers, und hier begannen die Vorbereitungen für die Realisierung des „European XFEL“. Der Röntgenlaser soll ab 2016 ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich erzeugen – 27 000 Mal in der Sekunde und mit einer Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art.
Unter dem Desy-Gelände beginnt der Tunnel, den Hans Schüttler und Andreas Beckmann für ihre Klanginstallation nutzen. Er ist der Anfang eines rund zwei Kilometer langen Beschleunigertunnels, in dem künftig Elektronen im Teilchenbeschleuniger auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, um sich dann auf Photonentunnel zu verteilen und in „Undulatoren“ kurzwellige Röntgenstrahlung zu erzeugen.
Das Besondere, so Andreas Beckmann: Der Beschleunigertunnel folgt nicht der Erdkrümmung und gewährt somit Betrachtern einen einzigartigen Anblick. Er ist Teil eines knapp 5,8 Kilometer langen, zurzeit noch im Bau befindlichen Tunnelsystems mit Gebäuden auf dem Desy-Campus, an der Betriebsstätte Osdorfer Born und auf dem Hauptgelände in Schenefeld. Am „Tag der offenen Tür“ wird die unterirdische Wissenschaftsbaustelle für die Öffentlichkeit freigegeben.
Wenn die fünfte „Nacht des Wissens“ am Sonnabend, 2. November, in Hamburg startet, öffnet Desy seine Türen wieder für tausende Besucher. Mit dem „Tag der offenen Tür“ verlängert das Forschungszentrum die Öffnungszeiten auf 12 bis 24 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Paula fragt: Was ist das Desy?
Das Deutsche Elektronen-Synchrotron (Desy) in Hamburg-Bahrenfeld zählt zu den weltweit führenden Beschleunigerzentren. Mit Großgeräten erkunden Forscher den Mikrokosmos: vom Wechselspiel kleinster Elementarteilchen über das Verhalten neuartiger Nanowerkstoffe bis hin zu den lebenswichtigen Prozessen, die zwischen Biomolekülen ablaufen.
Die Beschleuniger wie auch die Nachweisinstrumente, die Desy entwickelt und baut, erzeugen das stärkste Röntgenlicht der Welt, bringen Teilchen auf Rekordenergien und öffnen damit neue Fenster ins Universum.